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Nibiru



Nibiru, so nannten die Sumerer den 12. Planeten (Sonne und Mond wurden auch als Planeten gezählt). Ihrer Mythologie nach zufolge kommt es jedes Mal, wenn Nibiru seine größte Sonnennähe erreicht, zu Kataklysmen (bedeutet Überschwemmung, Katastrophe, Vernichten) auf der Erde. Kataklysmen sind also allgemein zyklisch auftretende Katastrophen bzw. Überflutungen. Angeblich ist der Planet X die Heimat des außerirdischen Volkes Annunaki, die auch als Schöpfer des Lebens auf der Erde betrachtet werden. Und genau hier knüpft der indirekte Nachfolger der Black Mirror-Macher an.

Das Spiel
Sie schlüpfen in die Rolle des 32-Jährigen Archäologen und Sprachwissenschaftler Martin Holan, ein entschlossener junger Mann, dem kein Abenteuer im Stil von Indiana Jones zu gefährlich ist. Eines Tages bekommt er einen unerwarteten Anruf von seinem Onkel, der ihn bittet, schnellstmöglich zu ihm zu kommen …

In der Villa von Professor Wilde angekommen, berichtet ihm sein Onkel vom Fund eines Tunnelkomplexes während dem Autobahnbau in Böhmen. Die Nazis waren dem uralten Geheimnis von Nibiru auf der Spur und legten offenbar Ende des Zweiten Weltkriegs diesen Tunnel an. Da Westböhmen das einzige noch nicht eroberte Gebiet des Deutschen Reiches war, blieb der Tunnel von den Siegermächten unangetastet, wie unter anderem im Spiel aus einem Tagebuch raus zu lesen ist. Die Nazis waren also einer fremden Macht auf der spur, doch was hatte das mit dem 10 Planeten zutun? Martin begibt sich also auf seine bisher gefährlichste Reise, die ihm bis hin nach Mexiko führen wird.

Nibiru ist ein klassisches Point&Click Adventure in Black Mirror Manier. Zu Beginn begeben Sie sich auf den Weg nach Prag, wo Sie eine Kontaktperson namens Barbora antreffen sollen. Aufgrund Ihrer Verspätung macht sie sich wieder auf dem Weg nach Hause. Dies wird ihr zum Verhängnis, den sie wird in Ihrer Wohnung ermodert. Für den Zugriff auf Ihre Unterlagen hat sie ein Passwort im Computer angelegt. Doch welches Passwort könnte Sie benutzt haben? Vielleicht verrät das Haustier ihr Geheimnis …


Was gleich am Anfang auffällt ist, dass unser Held per Doppelklick nicht schneller laufen kann, was in einigen Situation etwas nervig sein kann. Sehr schön sind vor allem die Multiple Choice-Dialoge geworden. In der ersten hälfte des Spiel wird viel Wert auf Rätsel gelegt, wobei die Dialoge so kurz wie möglich gehalten wurden. Der Spieler muss also nicht, wie in anderen Adventures üblich, unzählige Fragen mit Unterfragen beantworten.
Zu den Rätseln gibt es einiges zu Sachen, denn hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. So müssen Sie in einem Büro wieder einmal ein Passwort herausfinden. Schaut man sich den Schreibtisch genauer an, fällt auf, dass ein Bild verkehrt rum steht. Die Annahme, dass das Passwort von hinten nach vorne eingegeben werden muss, währe hier also korrekt. Bei einem anderen Rätsel, wobei viele mit Passwörtern und Codes zutun haben, müssen Sie eine Safe-Kombination eingeben. Auf einem Placket, das näher betrachtet werden kann, steht ein Name. Erst ein Blick auf das eigene Handy liefert die gewünschten Zahlen. Zudem müssen des Öfteren Gegenstände logisch Kombiniert werden und in einigen Situationen wird eine Uhr eingeblendet, die die Wartezeit im Spiel widerspiegeln soll.

In Nibiru werden aber vor allem die Feinheiten ganz groß geschrieben. So finden Sie auf einem Schreibtisch eine Packung mit einer Sonderedition von Black Mirror, während in einem geheimen Versteck eines Wissenschaftlers ein alter Plattenspieler eingeschaltet werden kann. Aus dem Tagebuch wird einige Seitenlang vorgelesen und auch die Gegenstände werden genau Analysiert. Dabei sollten Sie genau hinhören, denn manchmal liefert ein einziger Kommentar von Martin einen entscheidenden Hinweis zum lösen eines Rätsels.
Die Rätsel an sich sind unterschiedlich aufgebaut. Nach schwierigen Rätseln folgt auch mal eine einfachere Aufgabe und der Spieler kann sogar Entscheidungen im Dialog treffen.
Doch der Spieler ist nicht allein, denn er trifft im weiteren Verlauf auf einige mysteriöse Gestalten und die Geschichte nimmt gegen Ende eine überraschende und später auch tragische Wendung. Dabei kann Martin sogar sterben oder steht bei bestimmten Aufgaben unter Zeitdruck.

Die Grafik
Die 80 Locations werden in einer Auflösung von 1024×768 Pixel präsentiert und die 35 Charaktere werden auf Wunsch auch mit Anti-Aliasing und komplexe Schatten dargestellt. Objekte werden auf dem Marmorboden perfekt gespiegelt und die atmosphärischen Wettereffekte sind einzigartig. Dank der verbesserten Black Mirror-Engine lassen Wettereffekte, wie Sonne, Regen und Gewitter, nichts zu wünschen übrig. Begleitet wird das Spiel aber auch von filmreifen Zwischensequenzen, in denen die Gedanken unseres Helden wiedergegeben werden. Überall finden sich detaillierte Texturen und eine passende Beleuchtung mit kleinen animierten Details, die dem Spiel Leben einhauchen. Das Spiel überrascht immer wieder mit atemberaubenden Hintergründen.

Die Soundkulisse
Ob die Sprachausgabe dem Titel den Erfolg bringen würde, war ein großdiskutiertes Thema in den letzten Wochen, dass wir heute mit einem Ja beantworten können. Die professionelle Sprachausgabe mit der deutschen Stimme von Matt Damon ist gelungen. Zudem beeindruckt das Spiel mit einer tollen Soundkulisse und auch feine Effekte kommen hier nicht zu kurz. So kann der Spieler sofort hören, ob er über einen Teppich oder einem Holzboden läuft.


Fazit: Neben The Moment of Silence und Black Mirror ist Nibiru eines der spannendsten Adventures überhaupt. Nibiru beeindruckt vor allem durch die teilweise realitätsnahe Story und einer atemberaubenden Atmosphäre, die den Spieler bis zum Schluss fesselt. Sehr schön sind vor allem die tolle Beleuchtung mit den animierten Details und die erstklassige Soundkulisse. Future Games ist nach Black Mirror mit Nibiru ein weiterer Toptitel gelungen und dafür erhält Nibiru den "Award 03/2005" für die Kategorie "Best-Adventure".
Nachtrag: Nachdem über unsere zu hohe Wertung diskutiert wurde, haben wir in einem größeren Team das Adventure nochmals genauer unter die Lupe genommen. Zwar haben sich die Werte für Grafik, Steuerung, etc. nicht ganz so stark verändert, dennoch mussten wir die Gesamtwertung unter anderem aufgrund der zu kurzen Spieldauer zurückschrauben.

Nibiru
 Entwickler Future Games (CZ)  Anbieter dtp
 Genre Adventure  Sprache deutsch
 Termin 18. März 2005  Preis Ca. € 40,-
 Minimum  Empfohlen
 Windows 98/2000/ME/XP
 CPU: PentiumIII 800 MHz
 128 MB RAM
 3D-Karte 32MB: DirectX 9.0
 HD: 1.5 GByte
 Windows 98/2000/ME/XP
 CPU: Pentium4 2.0 GHz
 512 MB RAM
 3D-Karte mit 128MB; DirectX 9.0c
 HD: 1.5 GByte
 Multiplayer
 Netzwerk: 1 Spieler
 1 Spieler pro Packung
 Internet: 1 Spieler
 1 PC pro Spieler
Wertung
 Grafik 90%
 Sound 91%
 Steuerung 94%
 Atmosphäre 87%
 Multiplayer
 Motivation 70%

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Nibiru - Award

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