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Scorpion: Disfigured


Scorpion: Disfigured ist die jüngste Veröffentlichung aus dem Hause Atari und bietet eine fesselnde Story mit Action-, Horror- und RPG-Elementen. Das Spiel versetzt Sie in das Jahr 2048, das von einem bedrohlichen Krieg geprägt ist. Als Agent eines amerikanischen Geheimdienstes bekommt der Spieler nun den Auftrag, im zerstörten Bosnien einen chemisch-großindustriellen Komplex zu infiltrieren. Ein geheimer Kampfanzug, der dort entwickelt wurde, soll Ihnen dabei helfen.

In Scorpion: Disfigured haben Sie es wieder einmal mit einem Virus zutun, der Menschen in willenlose und blutrünstige Zombies verwandelt. Das kommt uns doch alles ziemlich bekannt vor: Wissenschaftler züchten einen Virus und verlieren dabei schnell die Kontrolle, sodass dieser Menschen in Monster verwandelt. Nur ist es diesmal eine Wissenschaftlerin, die Verantwortlich für diese Situation ist. Sie schafft es aus dem Komplex zu fliehen und findet Hilfe bei den USA, die prompt einen Agenten auf diesen Fall ansetzen. Dieser soll die biochemische Fabrikhalle infiltrieren und genau hier beginnt auch das Spiel.

Der Titel verspricht anfangs viel: RPG-Elemente, ein breit gefächertes Waffenarsenal, das verschiedene Waffen wie Schrotflinte, Pistole und Maschinengewehr bereithält, eine atemberaubende In-Game-Grafik und vieles mehr. Und doch haben es die Entwickler anscheinend nicht fertig gebracht, einen gelungenen und vor allem innovativen Action-Shooter zu veröffentlichen. Stattdessen muss man sich über eine schwache KI und einem merkwürdigen Schadensmodell ärgern. So kann es schon mal vorkommen, dass ein ganzes Magazin draufgeht, bis ein Gegner endlich umfällt. Auch Granaten scheinen einigen Kontrahenten kaum etwas anzuhaben und so stehen diese einfach nur blöd rum und genießen es, in die Luft gejagt zu werden. Mal davon abgesehen, kann man mit den Waffen noch nicht mal vernünftig zielen.

Neben den üblichen Waffen können Sie später sogar auf mentale Kräfte wie Gedankenkontrolle oder Selbstheilung zurückgreifen. Leider verbrauchen diese Fähigkeiten vor allem zu Spielbeginn sehr viel Energie. Das nützlichste Werkzeug ist allerdings die Taschenlampe, denn die Levels sind größtenteils dunkel und angsteinflösend.

Zwar bringt diese Licht ins Dunkle, aber auch nach mehreren Stunden Spielzeit war nicht ersichtlich, worum es in Scorpion: Disfigured eigentlich geht. Es gibt keine Dialoge, kein Intro und auch sonst wird man in keinerlei Weise an das Spielgeschehen herangeführt. Vielmehr wird der Spieler ins kalte Wasser geschmissen und muss sich die Fähigkeiten selbst beibringen bzw. erlernen.

Richtig enttäuscht waren wir jedoch vom Soundsystem, das durch regelmäßige Aussetzer einen negativen Einfluss auf die Atmosphäre nimmt. Zudem klingen die Waffen ziemlich dumpf und die Sprachausgabe ist auch nicht gerade umwerfend. Aber auch die Umgebung hat bietet so gut wie keine Abwechslung. Die Grafik ist durchschnittlich, Umgebungsgeräusche gibt es so gut wie keine und auch sonst hat der Titel des Entwicklerteams von B-Cool nicht gerade viel zu bieten.

Pros

    MMM Action-, HorrorMMM und RPG-ElementeMMM viele Optionen wie ducken oder springenMMM Psi-Fähigkeiten

Cons

  • kein Intro
  • schlechte KI
  • katastrophale Sprachausgabe
  • keine Umgebungsgeräusche
  • fehlendes Tutorial
  • viele Elemente abgeschaut

Scorpion: Disfigured

Grafik 73%
Sound 52%
Steuerung 71%
Atmosphäre 70%
Motivation 66%
Multiplayer 0%
Fazit

Die Verpackung von Scorpion: Disfigured verspricht anfangs viel, aber das Spiel selbst hat nur wenig zu bieten. Zu stark erinnert uns der Ego-Shooter an Spiele wie Crysis, F.E.A.R. und Bioshock. Nur mithalten kann der Ego-Shooter eben nicht, denn dafür sind die Sprachausgabe, die Gegner-KI und die Grafik viel zu schlecht ausgefallen. Scorpion: Disfigured ist sicherlich nicht der schlechteste Shooter, aber es gibt viel zu wenig Argumente, die einen Kaufpreis von knapp 40 EUR rechtfertigen würden.

Gesamtwertung 67%
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