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Divinity II – Ego Dracoins


Obwohl es so aussieht, als würde das Spiel linear verlaufen, ist dem nicht so. Die Quests sind relativ offen und auf mehrere Arten lösbar. Dennoch verfolgt man immer eine ganz bestimmte Richtung. Zudem verlangen die Quest kaum taktisches Geschick, denn das Spiel ist wohl eher auf das Einsetzen der Fähigkeiten ausgelegt und das spürt man auch. Trotzdem kann sich auch das Kampfsystem mit verschiedenen Kombinationen von Schlag- und Tritttechniken sehen lassen. Übrigens lassen sich mit jedem Stufenaufstieg neue Fertigkeiten vergeben und das wiederum wirkt sich auf die Entwicklung des Charakters aus. Um bestimmte Stärken zu entwickeln, sollte man sich auf nicht all zu viele Gruppen (Magier, Priester, etc.) festlegen. Daher sollte man sich vorher gut überlegen, in welche Richtung sich der Charakter entwickeln soll und welche Fertigkeiten dabei wichtig erscheinen.  

Doch als Lehrling sollten wir erst einmal dafür sorgen, dass wir nach der Verwandlung unsere Fähigkeiten zurückerlangen. Um diese von den Kriegern im Dorf zu erhalten, benötigen wir so genannte EP, die wir z.B. durch jagen von Hühnern erhalten. Während wir uns also damit beschäftigen, bekommen wir mal so nebenbei auch zahlreiche Gespräche zwischen den Bewohnern des Dorfes mit.
 
 
 
Die Reise beginn
Wenig später machen wir uns dann zurück zum Zeppelin und begeben uns auf die Reise nach Trümmertahl. Hier erlernen wir wichtige Grundlagen des Kampfsystems und führen nebenbei noch Gespräche mit den Bewohnern, denn es warten zahlreiche kleine Aufgaben auf uns, die gelöst werden wollen. Und wie oben bereits erwähnt, können die Quests auf mehrere Arten gelöst werden. Wer von Diplomatie wenig hält, sollte sich vielleicht für ein hinterhältiges Vorgehen entscheiden. So oder so überzeugen die Quests und wirken ziemlich durchdacht.
Zudem hält sich der Schwierigkeitsgrad in Grenzen, was den Titel sicherlich auch für Anfänger interessant machen dürfte. Denn ob in Menschen- oder Drachengestalt, die Steuerung geht sehr leicht und direkt von der Hand. Nur die Kollisionsabfrage wirkt etwas schlampig und lässt in der Drachengestalt wenig Freunde aufkommen. Und irgendwie fehlt hier auch das gewisse Etwas, denn der Drache lässt sich zwar mühelos bedienen, aber das richtige Feeling kommt dabei dennoch nicht auf. Zudem ist uns immer noch schleierhaft, weshalb wir als Drache die Gegner am Boden nicht angreifen können. Welchen Sinn erfüllt der Drache dann? Hier hätten wir uns wesentlich mehr Freiheiten gewünscht.
 

 
Der Drachenturm
Der Turm ist wesentlicher Bestandteil im Spiel und dient später als Heimatstützpunkt. Doch zuvor muss der Spieler zahlreiche Quests lösen und darf sich irgendwann dann auch stolzer Besitzer des Turms nennen. Mittels eines verhexten Steins kann sich unser Held so aus abgelegenen Gefahrenzonen in dem sicheren Turm teleportieren. Im Turm kann der Spieler seinen Helden sogar mit Waffen und Rüstungen versorgen, seine Fähigkeiten mithilfe eines Trainers ausbauen und sogar Personen für sich arbeiten lassen. Im Turm hausen aber auch noch andere Gestalten, die auf verschiedene Ebenen leben. Der Nekromant kann beispielsweise aus Leichenteilen eine Kreatur erschaffen, die dem Spieler fortan im Kampf zur Seite steht. Auch ein Alchemist, der wichtige Zaubertränke zusammenbraut, und ein Schmied können zum eigenen Vorteil genutzt werden.
 
 
 
Technik
Divinity 2 setzt auf die Gamebryo-Engine, die auch in Fallout 3 zum Einsatz kam. Dennoch lässt der PC-Titel optisch noch viele Wünsche offen und so muss man sich mit ein paar visuellen Effekten abgeben. Hochauflösende Texturen oder Bäume und Grashalme, die sich im Wind bewegen, sucht man vergebens. Zudem muss man sich oft über kleinere Bugs ärgern. Stellt man sich beispielsweise einem Schwertkämpfer, der mit seinem Training beschäftigt ist, in dem Weg, schlägt dieser einfach sein Schwert durch uns hindurch und uns passiert dabei nichts.
Ansonsten fühlt man sich aber sehr gut ins Spiel integriert und die Atmosphäre zieht den Spieler schnell in ihren Bann. An jeder Ecke gibt es etwas Lustiges zu entdecken oder zu belauschen. Auch Soundtechnisch überzeugt der Titel allemal, denn dtp hat auch diesmal erstklassige Synchronsprecher verpflichten können. Lediglich unser Held scheint etwas verstummt zu sein und gibt kaum einen Kommentar von sich.

Pros

Pros

  • sehr gute Synchronsprecher
  • abwechslungsreiche Quests
  • viele Nebenaufgaben
  • gute Atmosphäre
  • eigene Kreaturen erstellen

Cons

Cons

  • schlechte Texturen
  • einige optische Bugs
  • Steuerung des Drachen verbesserungsfähig

Divinity II - Ego Dracoins

Grafik 83%
Sound 84%
Steuerung 75%
Atmosphäre 85%
Motivation 86%
Multiplayer 0%
Fazit

Divinity 2: Ergo Dracoins hat mich von der ersten Minute an gefesselt. Und von Quest zu Quest wurde ich immer neugieriger, denn vor allem optisch kam ständig etwas Neues hinzu. Es gibt immer wieder neue Landschaften und Orte zu entdecken und auch die Kampfszenen sind mit ihren visuellen Effekten ein kleiner Hingucker. Doch am meisten habe ich mich über die Verwandlung vom Drachenjäger zum Drachenritter gefreut. Nur hätten die Entwickler hier mehr Freiheiten zulassen müssen. Auch optisch wirkt alles etwas kantig und unfertig. Anscheinend haben die Jungs noch lange nicht das Potential der Grafik-Engine ausgenutzt. Man merkt eben schnell, dass die Stärken des Spiels in den Fertigkeiten und den Quests liegen. Divinity 2 ist noch immer nicht perfekt, aber ein durchaus ernstzunehmendes Rollenspiel, das in vielerlei Hinsicht überzeugen kann.

Gesamtwertung 82%
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