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Der Pate 2


Das lange Warten auf die mit Spannung erwartete Fortsetzung des Actionspiels Der Pate hat nun ein Ende. Denn Electronic Arts hat den heißersehnten zweiten Teil vor wenigen Tagen veröffentlicht. Dabei bringt der Nachfolger von Der Pate zahlreiche Neuerungen mit sich. So darf der Spieler diesmal selbst eine Familie gründen und so vielleicht eine ganze Stadt kontrollieren. Wie sich der Multiplattformtitel im Vergleich zum Vorgänger schlägt und ob dieser gleichzeitig auch das Zeug zum ultimativen Konkurrenten von Mafia 2 hat, erfahren Sie in unserer Review.


Der Pate 2 spielt im Jahre 1958, also knapp 13 Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils. Wieder einmal dreht sich alles um die Familie Corleone, die zur einflussreichsten Mafia-Familie Amerikas wurde. Hyman Roth ist der letzte Pate und hat die Oberhäupter der amerikanischen Familien zu einer Silvesterparty auf Kuba versammelt und verkündet, dass die Mafia auf dieser kleinen Insel eine goldene Zukunft erwartet und er sich zur Ruhe setzen möchte. Unter den geladenen Gästen befindet sich auch Dominik, dessen Rolle wir später übernehmen dürfen.
Doch bevor wir uns ins Gangsterleben stürzen dürfen, müssen wir uns einen neuen Charakter erstellen. Dabei stehen uns zahlreiche Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung des Charakters zur Verfügung. So können beispielsweise Aussehen (Nase, Mund, Kiefer, Augenbrauen etc.), Frisur, Hautfarbe oder Größe nach eigenem Wunsch gewählt werden. Zusätzlich können Sie den Gangster selbst einkleiden und im weiteren Verlauf des Spiels mit neuen Kleidungsstücken ausstatten.


Gameplay
Mittlerweile ist es Nacht und anscheinend amüsieren sich immer noch alle Gäste prächtig. Also widmen wir uns erst einmal der etwas umfangreichen Steuerung und machen erste Schritte in Sachen Kommunikation mit anderen Spielcharakteren, die sich auf der Party aufhalten. Dabei erhalten wir reichlich Unterstützung, denn kleine Infokästen oder Kommentare der Charaktere weisen uns den Weg in die richtige Richtung. Wir sammeln also erste Infos und bringen in der Rolle von Dominik etwas über einen Deal in Erfahrung. Im weiteren Verlauf des Spiels lernen wir immer mehr Leute kennen und bekommen teilweise sogar entscheidende Hinweise, die zur Erfüllung der jeweiligen Mission beitragen. Es folgt ein kurzes Gespräch mit unserem Boss, wo wir übrigens selbst entscheiden können, über welches Thema wir reden möchten. Und plötzlich bricht während einer kurzen Ansage das Chaos aus und unsere erste Mission besteht darin, Dominiks Boss aus der Villa zu eskortieren.

Und plötzlich geht alles ganz schnell und die halbe Stadt steht in Flammen. Menschen rebellieren, Autos und Gebäude werden in Brand gesetzt und als wäre das nicht schon schlimm genug, wird unsere Flucht auch noch durch schießwütige Soldaten behindert. Doch mit etwas Geschick bahnen wir uns den Weg zum Flughafen und dann passiert es: Michaels Bruder wird von einem Wachmann vom Turm aus ins Visier genommen und erschossen. Dann erreichen wir endlich das Flugzeug und bekommen kurze Zeit später von Michael ein verantwortungsvolles Angebot. Dominik soll seine eigene Familie gründen, rivalisierende Familien bekämpfen und deren Organisation zerschlagen.


Es gibt viel Neues!
In der Rolle von Dominik sollen wir also unsere eigene Familie gründen und alle Geschäfte selbst leiten. Doch das gelingt uns nicht immer, denn der Schwierigkeitsgrad dürfte vor allem für Neulinge etwas zu hoch angesetzt worden sein. Kommen wir nun zurück zum eigentlichen Spiel und seinen Neuerungen, denn bei genauerer Betrachtung fällt uns vor allem die neue DON-Ansicht auf. Hier können verschiedene Städte, in denen Sie aktiv sind, eingeblendet werden. Auch ein Familienstammbaum wurde integriert. So können Sie beispielsweise neue Mitglieder in Ihrer Familie aufnehmen, die auf einem ganz bestimmten Gebiet spezialisiert sind. Es gibt Schläger, Brandstifter, Safeknacker, Ingenieure, Sanitäter und Sprengstoffexperten. Über die Don-Ansicht können Sie diese nun befehligen, bestimmte Geschäfte einzunehmen, Sprengungen durchzuführen oder ähnliches. Dabei haben die Entwickler vor allem darauf geachtet, das Spiel so einsteigerfreundlich wie möglich zu gestalten, denn es gibt Symbole und Hinweise, soweit das Auge reicht. Übrigens können Sie in der Don-Ansicht auch den Status der rivalisierenden Familien genauer betrachten und gegebenenfalls reagieren.

Natürlich gehört in Der Pate 2 auch die Korruption zum ganz normalen Alltag, denn so manch ein Beamter gibt schneller nach, als man denkt. Man sollte sich eben nur nicht dazu verleiten lassen, einen Mord zu begehen, denn die Polizei ist dann immer schnell Vorort. Nach unserem Geschmack etwas zu schnell, denn kaum begeht man ein Verbrechen mitten in der Fußgängerzone, tauchen auch schon die Männer in Uniform auf.
Aber zum Glück haben wir nun die Möglichkeit, Geschäfte durch verschiedene Vorgehensweisen einzunehmen bzw. unseren Gewinn draus zu ziehen. Da kann es durchaus auch mal vorkommen, dass die Einrichtung eines Bordells zerstört wird oder der Besitzer etwas härter rangekommen wird. Man kann schlagen, treten, erdrosseln, werfen und vieles mehr. Über eine Statusanzeige kann man dann beobachten, welche Methode am besten anschlägt. Manches davon ist teilweise so brutal, dass wir gerne drauf verzichtet hätten. Das Einschüchtern von Ladenbesitzern, das Erdrosseln oder das Exekutieren sind hier dann etwas zu geschmacklos ausgefallen. Aber man darf nicht vergessen, dass es sich hierbei immer noch um ein Spiel handelt. Dazu später mehr im Abschnitt „Jugendschutz“.

Der Pate 2

Grafik 70%
Sound 66%
Steuerung 76%
Atmosphäre 80%
Motivation 86%
Multiplayer 83%
Fazit

Der Pate 2 ist eine durchaus gelungene Fortsetzung und hat uns von der ersten Minute an gefesselt. Der Action-Titel lässt sich ohne eingelegte DVD-ROM zocken, die Grafik ist durchschnittlich, aber nicht unbedingt schlecht, und auch spielerisch hat sich viel getan. Neue Features, ein umfangreiches Waffenarsenal, eine verbesserte Fahrphysik, und Action- sowie Strategieelemente sind durchaus gute Gründe für einen Kauf. Und wer sich mit dem Einzelspielermodus nicht zufrieden gibt, sollte sich mal dem Multiplayer-Modus widmen. Etwas merkwürdig erschien uns die Tatsache, dass unbeteiligte Personen unverwundbar zu sein scheinen. Wer also kleinere Bugs, eine schwammige Steuerung und die schlechte Kameraführung in Kauf nehmen möchte, der kann ein Blick auf das Spiel werfen.

Gesamtwertung 74%
Readers Rating
863 votes
66

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