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Anycubic I3 Mega – Bester 3D-Drucker für den Einstieg


Inbetriebnahme und Kalibrierung

Vor dem ersten 3D-Druck gilt es den Anycubic I3 Mega zu kalibrieren (Leveling). Das Gerät verfügt über zwei z-Achsen, die synchron nach oben und nach unten fahren. Dadurch wird ein Durchhängen der Achse verhindert. Für ein sauberes und gutes Druckergebnis sind natürlich weitere Schritte erforderlich. Das Ausrichten des Heizbetts ist eine Grundvoraussetzung für zufriedenstellende Drucke. Dabei sollte der Abstand zwischen Nozzle und Heizbett nur so groß sein, dass maximal ein hauchdünnes Blatt Papier dazwischen passt. Anycubic hat auch hier mitgedacht und ein passendes Papier auf der Glasplatte angeklebt. Einen Kalibrierungsmanager, der den Idealabstand zwischen Druckbett und Nozzle (Druckdüse) einstellt, darf man in dieser Preisklasse natürlich nicht erwarten. Das Leveln kann mithilfe von Funktionen, die über das gut strukturierte Menü aufrufbar sind, durchgeführt werden. Zunächst werden die Motoren in eine entsprechend voreingestellte Position gefahren und deaktiviert. Anschließend kann der Extruder manuell in alle vier Ecken bewegt werden, während an den vier Schrauben auf der Unterseite der Ultrabase gedreht wird, bis an den vier Ecken sowie in der Mitte lediglich ein Blatt Papier zwischen Nozzle und Druckbett durchpasst (leichter Wiederstand).

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Übrigens verfügt der Anycubic I3 Mega über die Druckbettauflage Ultrabase, deren Glasplatte hervorragend beschichtet ist und somit für eine ausgezeichnete Haftung sorgt. Darüber hinaus ist das Bett auch noch beheizt. Die meisten Konkurrenzprodukte verfügen über keine ausreichende Beschichtung oder gar ein Heizbett. Um hier eine bessere Haftung zu bekommen, greifen viele Anwender auf Maler-Krepp zurück. Für die Kalibrierung empfehlen wir die Ultrabase über das Menü auf Betriebstemperatur (60°C) zu bringen und danach erst das Leveling vorzunehmen. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Glasfläche keine Wölbungen aufweist. Das hat bei einigen Modellen in der Vergangenheit zu schlechten Druckergebnissen geführt.

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Nach dem Leveln kann das Filament durch den Filament-Sensor (magnetisch fixierbar), der sich übrigens immer wieder von der magnetischen Halterung löst, dem Bowden-Extruder zugeführt werden. Der Extruder greift das Filament und drückt es über den Bowden in Richtung HotEnd. Den Einzug des beiliegenden Filaments von einem 1 kg übernimmt der 3D-Drucker über die entsprechende Menüoption automatisch. Daher sollte das Filament nicht bis zum Anschlag durchgeschoben werden. In unserem Test haben wir das Filament bis ca. 10 cm vor dem Extruder durchgeschoben, über die Motorsteuerung im Menü diesen in 10er Schritten (z-Achse) hochgefahren, den Extruder auf ca. 190 Grad aufgeheizt und anschließend den Einzug aktiviert. Die Ansteuerung der Motoren über das Menü scheint jedoch nicht immer zu funktionieren und dürfte ein generelles Problem des Anycubic I3 Mega sein. Sobald das Filament durch die Düse gedrückt wird, kann der Vorgang angehalten, die Temperatur wieder herunter geregelt und mit dem ersten Druck begonnen werden.

Anycubic I3 Mega

Verpackung und Zubehör 90%
Verarbeitung 85%
Druckqualität 80%
Handhabung 85%
Fazit

Der Anycubic I3 Mega ist der perfekte 3D-Drucker für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Der 3D-Drucker hat uns von der Verpackung, über den Aufbau bis hin zur ersten Inbetriebnahme überzeugt. Der I3 Mega ist mit wenigen Handgriffen aufgebaut, bietet eine solide Bauweise und liefert auf Anhieb 3D-Modelle aus PLA in einer guten Qualität. Das stabilere ABS kann der I3 Mega nicht verarbeiten, weil es aufgrund der offenen Bauweise schneller abkühlt und sich dadurch stark verformt. Sicherlich bieten sich in dieser Preisklasse auch alternative 3D-Drucker wie der Creality CR-10 oder der Anet A8 an. Diese Modelle sind jedoch wesentlich schlechter verarbeitet und mit mehr Zeitaufwand für den Aufbau verbunden. Eine gute Mischung zwischen DIY-3D-Drucker und guter Durck- und Verarbeitungsqualität ist der Tevo Flash, der preislich aber etwas höher angesiedelt ist. Der Anycubic I3 Mega ist mittlerweile für unter 250 EUR erhätlich und kann aufgrund seiner guten Druckqualität auch mit weitaus teureren Modellen mithalten. Daher kann der 3D-Drucker uneingeschränkt empfohlen werden.

Gesamtwertung 85%
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3 Kommentare zu Anycubic I3 Mega – Bester 3D-Drucker für den Einstieg

  1. J.Altensteiger

    Ich habe durch Zufall im deutschen RepRap Forum von dem Test des Anycubic i3 Mega erfahren.
    Ich besitze seid Juli diesen Jahres selber einen und bin für diese Preisklasse überaus begeistert.
    Ich hatte mal das Glück an einem Drucker zu drucken, der ca 15mal teurer ist, der aber bei weitem nicht die Druckteil Qualität erreicht hat wie der i3 Mega. Und dies ist keine Übertreibung!

    was mir aber persönlich am i3 Mega nicht gefällt, daß ist die etwas lasche Magnet befestigung vom Filament Sensor der beim Ende des Filaments den Drucker stoppt. Bei mir kam es immer wieder vor, daß der Sensor aus der Halterung ging und dadurch oftmals gestoppt hatte. Aber auch bei einer festen Montage die ich dann vorgenommen hatte, stoppte immer mal wieder der Drucker obwohl noch genügend Filament auf der Rolle war.

    Dann hatte ich jetzt im Oktober das Problem, daß die Düse unkontrolliert hoch geheizt hatte und auch nicht
    mit Heizen aufgehört hatte bis das Filament aus der Düse verdampft ist. Der Fehler konnte aber über den Support über einen regen E-Mail Kontakt und fachkundigem Mitarbeiter, mit einer absolut fachkundigen Anleitung mit Bildern wo ich was und wie mit einem Multimeter nachmessen muß, eingegrenzt werden. Irgendein Widerstand auf dem Board war defekt und ich bekam direkt aus China kostenlos ein neues zugeschickt. Die Elektronic Bauteile auf dem Board scheinen da also nicht die beste Qualität zu sein? Das Board war aber von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Zustellung nach ca.14 Tagen bei mir eingetroffen!

    Aber der Support zwischen mir und China war absolut vorbildlich, wenn man bedenkt, daß ich mich nur mit dem Google Translator von Deutsch auf Englisch und bei einer Rückantwort aus China von Englisch wieder auf Deutsch unterhalten habe. Das war wirklich spitzenmäßig von Anycubic. Da hatte ich persönlich schon mit zwei deutschen Druckeranbietern was Support betrifft sehr schlechte Erfahrungen gemacht! Der eine Anbieter verkauft Drucker die schon mal 15mal teurer und beim anderen Anbieterca 3-4mal teurer sind, und das wo überhaupt nichts vormontiert ist so wie beim Anycubic i3 Mega.

    Aber sonst kann ich den Testern nur zustimmen, es ist schon der beste Drucker für diesen Preis und nicht
    nur für Anfänger geeignet, sondern auch für Profis!

  2. Daniel K.

    Servus!

    Das Problem hatte ich auch. Es gibt richtig gute Drucker wie der von BCN3D mit Dual Extruder, etc…. Aber wenn ich mir das Preis/Leistungsverhältnis anschaue, greife ich eher zu dem günstigen Teil. Andererseits habe ich bei den günstigen stets angst aus dem Haus zu gehen. Ich traue der Elektronik einfach nicht.

    DIe Magnetbefestigung löst sich bei mir auch immer und je nach Winkel kann es bei weichen Materialien auch mal zu Knicken führen. Aber Anycubic ist da sehr kulant. Ich hab mir gleich nach dem Kauf Zubehörteile kostenlos schicken lassen. War nicht sehr zufrieden und man bot mir Ersatz an. Würde das auf alle Fälle mal versuchen.

    Der Kontakt an sich ist gut, jedoch dauert es mir viel zu lange einen Tag pro Anfrage zu warten. China halt …

    Wenn du dir in Zukunft wieder eine Drucker kaufst, lohnt sich auch ein Blick auf Kanäle auf Xing.de oder Linkedin. Die aktiven Firmen mit gutem Support sind dort sehr aktiv. Daran zeigt sich dann auch das Interesse an der Kundschaft.

    Ein Test sagt natürlich nur etwas über das getestete Objekt aus. Wenn jemand ein Montagsgerät erwischt, ist das natürlich ärgerlich. Für mich war der Test sehr hilfreich und mein Gerät für 216 EUR läuft bereits seit 200 Stunden einwandfrei. Ich habe mir lediglich neue Düsen bestellt. Das Druckbild ist noch viel besser. Optimieren brauche ich recht wenig, da sich die Qualität dann eher verschlechtert. Perfekt wird es sowie nie 😉

  3. TigerClaw

    Hallo Zusammen,
    es freut uns, dass Euch der Test gefällt. Dieser Bericht wird in den nächsten Wochen bezüglich Filamentauswahl noch erweitert. Derzeit warten wir auf neues Material von einem weiteren FIlamenthersteller.

    Wir haben übrigens den Dremel3D40 im Test. Der Artikel dazu wird in den nächste Tagen sammt Verlosungsaktion online gehen.

    Auch sind 2 weitere große Verlosungen zu 3D-Druckern und Filament geplant. Eventuell auch neue Tests zu Original Prusa MK3 und Drucker aus Fernost wie z.B. Anycubic Photon.

    @J.Altensteiger
    Der Anycubic ist natürlich kein perfekter Drucker. Wenn man jedoch die Angebote nutzt und das Gerät für 216 EUR mit Lieferung direkt aus Deutschland erwirbt, hat man unter Umständen einen guten Drucker. Dann tut es auch nicht weh, wenn dieser mal streikt oder nach 1-2 Jahren nicht mehr funktioniert. Sicherlich sind 200 EUR an sich auch viel Geld. Aber bei 1000 EUR und mehr würde ich mich persönlich noch viel mehr ärgern. Da erwartet man eigentlich auch bessere Druckergebnisse.

    Der Tevo Flash erscheint mir persönlich derzeit sehr interessant. Eventuell werde ich mir das Gerät zu Testzwecken zulegen. Ein Kollege hat das Teil und bekommt sehr schöne glatte Oberflächen.

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